Was ist ein Brand Styleguide und und welches ist das beste Format dafür?

bildhafte Darstellung eines Brand Styleguides

Von Nine Blaess | 03:49 min

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    Ein Brand Styleguide ist ein wesentliches Dokument, um das einheitliche Auftreten eines Unternehmens zu gewährleisten. Lass uns klären, was ein Brand Styleguide ist, was er enthalten sollte und welches Format sich am besten für deinen Styleguide eignet.

    Aber wir beginnen mit den Grundlagen.

    Was ist ein Brand Styleguide?

    Ein Brand Styleguide enthält Regeln darüber, wie ein Unternehmen nach außen präsentiert wird. Diese Regeln helfen dabei, über alle Berührungspunkte des Kunden mit dem Unternehmen hinweg ein einheitliches Bild zu bewahren.

    Das Ziel eines Brand Styleguides ist, die gesamte Kommunikation so wirken zu lassen, als stamme sie aus ein und derselben Quelle, selbst wenn mehrere Autoren beteiligt sind. Diese Beständigkeit sorgt für bessere Wiedererkennung. Dies wiederum stärkt das Vertrauen der Kunden in das Unternehmen.

    Je detaillierter ein Styleguide ist, desto eher erscheint jegliche Kommunikation zusammenhängend. Desto größer ist jedoch auch das Risiko, eintönig herüberzukommen. Die Welt entwickelt sich in rasender Geschwindigkeit. Unternehmen müssen sich ständig neu erfinden, um relevant zu bleiben.

    Was sollte ein Brand Styleguide enthalten?

    Der Umfang eines Styleguides kann variieren. Einige Styleguides enthalten Informationen über Zielgruppe, Mission, Werte und Markenpersönlichkeit eines Unternehmens. Andere enthalten auch Hinweise zum Tonfall. Jeder Brand Styleguide sollte Richtlinien über die visuellen Elemente enthalten, wie beispielsweise:

    • Logo
    • Typografie
    • Farbe
    • Fotografie
    • Layout
    • Andere visuelle Elemente

    Schauen wir uns die einzelnen Begriffe einmal genauer an.

    Logo

    Der Brand Styleguide kann Fragen wie diese beantworten:

    • Wie sieht das Logo aus?
    • In welchem Kontext wird es verwendet?
    • Wie wird das Logo im Verhältnis zu anderen Elementen platziert?
    • Welche Hintergründe sind akzeptabel? Welche nicht?
    • Gibt es Variationen des Logos? Gibt es sekundäre Marken? Symbole?

    Typografie

    Erwäge Aspekte wie:

    • Welche Schriftarten verwenden wir?
    • Welche Schriftart verwenden wir für Überschriften? Welche für Fließtext?
    • Verwenden wir auf unserer Website eine andere Schriftart?
    • Sind Schriftarten mit bestimmten Funktionen verknüpft?
    • Gibt es Regeln zu Textgrößen und Proportionen?

    Wenn du mehr zum Thema Typografie und Branding erfahren möchtest, könnte dieser  Artikel interessant für dich sein.

    Farbe

    Um Richtlinien für die Markenfarben deines Unternehmens zu formulieren, stell dir diese Fragen:

    • Welches sind unsere primären Farben?Welche sekundären Farben verwenden wir?
    • Wie kombinieren wir die Farben?
    • In welchem Verhältnis verwenden wir die jeweiligen Farben?
    • Werden einige Farben mit bestimmten Funktionen in Verbindung gebracht?

    Wir können Farben in unterschiedliche Farbcodes einteilen. Gib alle an, um Unstimmigkeiten zwischen verschiedenen Anwendungen zu vermeiden.

    • CMYK (Druck)
    • HEX (Web)
    • RGB-Werte (Web & Digital)
    • Pantone (Druck, Wandfarbe, etc.)

    Dieser Artikel kann dir helfen, die perfekten Farben für dein Branding auszuwählen.

    Fotografie

    Um eine konsistente Verwendung von Bildmaterial zu garantieren, solltest du auch einige Regeln für die Fotografie aufstellen.

    • Sehen und fühlen sich alle Bilder gleich an?
    • Welche Motive tauchen in den Bildern immer wieder auf?
    • Welche Perspektiven werden verwendet?
    • Werden Fotofilter eingesetzt, wie z. B. Schwarz-Weiß, Duplex …?

    Layout

    Es ist ebenfalls eine gute Idee, ein paar Spezifikationen für Layout festzuhalten.

    • Werden Raster verwendet?
    • Wo werden bestimmte Elemente auf der Seite platziert?
    • Wie viel Weißraum wird gelassen?

    Andere visuelle Elemente

    Welche anderen Elemente werden in der visuellen Identität verwendet?

    • Muster
    • Icons
    • Illustrationen
    • usw.

    Welche Formate kann ein Brand Styleguide haben?

    Es gibt verschiedene Optionen für das Format deines Styleguides. Ich möchte auf diese vier Arten näher eingehen:

    • Gedruckter Brand Styleguide
    • PDF Brand Styleguide
    • Website als Brand Styleguide
    • Brand Toolbox

    Gedruckter Brand Styleguide

    Bevor es Computer gab, waren gedruckte Styleguides die Norm. Auch heute noch drucken manche Unternehmen ihre Styleguides. Dies schränkt jedoch die Flexibilität der Marke ein. Einmal gedruckt, ist das Dokument nur schwer zu modifizieren. Außerdem ist es schwierig, von überall auf der Welt darauf zuzugreifen oder es zu durchsuchen. Unsere Welt verändert sich rasant. Ein Branding muss sich weiterentwickeln, um relevant zu bleiben. Ganz zu schweigen von den Bäumen, die es für den Druck des Dokuments benötigt …

    Ein schönes Beispiel für einen gedruckten Brand Styleguide ist das Erscheinungsbild der Deutschen Bank von 1972.[1]

    Beispiel für gedruckte Brand Guidelines
    Bildschirmfoto vom Erscheinungsbild Deutsche Bank

    PDF Brand Styleguide 

    Ein PFD Styleguide ist die gängigste Variante, um Branding zu dokumentieren. Es ist jedoch nicht immer die einfachste Methode, wenn es darum geht, spätere Änderungen vorzunehmen.

    Ein sehr detailliertes Beispiel im PDF-Format sind die Westpac Master Brand Guidelines.[2]

    Extract from Westpac Master Brand Guidelines to show a PDF style guide
    Auszug der Westpac Master Brand Guidelines

    Website als Brand Styleguide

    Uber, wie einige andere Tech-Unternehmen, hat eine Website für deren Brand Guidelines eingerichtet.[3] So können die Richtlinien von überall auf der Welt, jederzeit erreicht werden. Außerdem lassen sie sich problemlos aktualisieren. Für die meisten kleinen Unternehmen lohnen sich die Kosten solch einer Website allerdings nicht.

    Der Screenshot zeigt die digital organisierten Brand Guidelines der Marke Uber
    Bildschirmfoto der Uber Brand Guideline Website, Quelle: Uber

    Brand Toolbox

    Während für größere Unternehmen ein ausführlicher Brand Styleguide sinnvoll ist, ist dies für kleinere Unternehmen nicht immer notwendig. Es gibt praktischere Möglichkeiten, die Marken-Elemente zu dokumentieren.

    Warum nicht eine Brand Toolbox erstellen, die alle Brand-Elemente und Hinweise zu deren Verwendung enthält? Dafür kannst du einfach Ordner anlegen, beispielsweise in deiner Dropbox. Oder du könntest Notion nutzen.

    Screenshot von Markenelementen organisiert in einem Dropbox-Ordner
    Bildschirmfoto meiner Dropbox[4]

    Du hast viel Zeit und Mühe in dein Branding investiert. Aber das beste Konzept ist nutzlos, wenn es nicht im Anschluss konsequent umgesetzt und angewendet wird. Wenn du alle Bestandteile deiner Marke an einem Ort zugänglich machst, ist es einfacher, beständig zu bleiben.

    Aber muss es denn immer ein Print-Dokument sein? Eine Brand Toolbox ist vielleicht alles was du brauchst. Und wenn das Unternehmen wächst, lässt diese sich beliebig erweitern.

    Referenzen

    [1] Erscheinungsbild Deutsches Bank auf Branding Styleguides

    [2] Westpac Brand Guidelines, Westpac Australia

    [3] Uber brand Guidelines Website

    [4] Screenshot meiner privaten Dropbox

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