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Markenmaterial: Was deine Marke wirklich braucht und was reine Geldverschwendung ist

Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch .

Markenmaterial für UnikaTops, gestaltet von Nine Blaess: Briefkopf, Visitenkarten, ein Flyer und Hangtags.
Von Nine Blaess
10:36 Minuten Lesezeit
4. April 2026
In diesem Artikel
Jeder Kunde, mit dem ich zusammenarbeite, stellt mir früher oder später dieselbe Frage: „Welche Markenmaterialien brauche ich eigentlich?” Die Liste potenzieller Materialien ist endlos und umfasst unter anderem Visitenkarten, Broschüren, Verpackungen, Social-Media-Vorlagen, E-Mail-Signaturen und Beschilderungen. Es kann sich schnell so anfühlen, als brauchst du alles auf einmal. Aber das stimmt nicht.

Nach mehr als acht Jahren Erfahrung in der Gestaltung von Markenidentitäten für kleine Unternehmen lautet meine ehrliche Antwort fast immer gleich (auch wenn jedes Unternehmen natürlich individuell ist):

  1. Alles beginnt mit der Markenstrategie. Ohne sie investierst du möglicherweise in die völlig falschen Dinge.
  2. Auf diesem Fundament entwickelst du deine Marken-Assets als Bausteine für dein gesamtes Markenmaterial. Wenn du nur in zwei Dinge investieren kannst, dann würde ich fast immer sagen: Investiere in deine Fotografie und Typografie.
  3. Diese werden dann konsequent in deinem gesamten Markenmaterial angewendet—angefangen bei deiner Unternehmenswebsite. Sie ist in den meisten Fällen das wichtigste Markenmaterial, das du je erstellen wirst.

In diesem Artikel erfährst du, was Markenmaterial genau ist, welche Investitionen sich wirklich lohnen und was die meisten kleinen Unternehmen getrost weglassen können; zumindest anfangs.

Was sind Markenmaterialien?

Markenmaterialien für Unternehmen sind alle physischen oder digitalen Elemente, die deine Marke sichtbar machen und ihre Identität transportieren. Sie sorgen dafür, dass dein Unternehmen einheitlich, professionell und wiedererkennbar auftritt. Dazu gehören zum Beispiel Visitenkarten und Briefpapier, Broschüren, Verpackungen und Beschilderungen, Merchandise oder deine Marken-Website.

Deine Markenmaterialien spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, einen konsistenten Markenauftritt zu etablieren und zu pflegen.

Je konsequenter du dein Branding auf allen Materialien anwendest, desto stärker sind Wiedererkennung, Glaubwürdigkeit und Vertrauen bei deiner Zielgruppe.

Der Unterschied zwischen Marken-Assets, Touchpoints und Markenmaterial

Begriffe wie Marken-Assets, Marketingmaterial und Touchpoints können verwirrend sein. Sie wirken ähnlich, sind aber nicht dasselbe.

Wo genau liegt der Unterschied und wie ordnet sich Markenmaterial hier ein?

  • Marken-Assets (Brand Assets): Das sind die Bausteine deiner Markenidentität—visuelle oder verbale Elemente, die deine Marke unverwechselbar machen. Dazu gehören dein Logo, deine Typografie, Farben, Fotografie und deine Markenstimme. Diese Assets existieren nie isoliert. Sie werden immer in deinem Markenmaterial angewendet.
  • Marketingmaterial (Marketing Collateral): Dies ist eine spezielle Form von Markenmaterial, die darauf ausgerichtet ist, Verkäufe zu generieren. Beispiele sind Flyer, Broschüren, Kataloge oder digitale Werbeanzeigen.
  • Marken-Touchpoints: Das sind alle Berührungspunkte—beabsichtigt oder unbeabsichtigt—, die eine Person mit deiner Marke hat. Neben dem physischen oder digitalen Markenmaterial zählen dazu auch zum Beispiel das Gespräch mit dem Kundenservice oder das Erlebnis beim Auspacken eines Produkts.

Warum deine Marke Markenmaterialien braucht

Professionalität & Glaubwürdigkeit

Wenn Menschen zum ersten Mal auf deine Marke treffen, hast du nur wenige Sekunden, um einen ersten Eindruck zu hinterlassen.

Hochwertiges Markenmaterial signalisiert Expertise und Einzigartigkeit. Es zeigt, wozu dein Unternehmen fähig ist, und legt den Grundstein für jede weitere Interaktion.

Wenn der erste Eindruck negativ ist, musst du später viel härter arbeiten, um von deiner Qualität zu überzeugen. Oder schlimmer noch: Die Kunden kaufen direkt woanders.

Konsistenz & Vertrauen

Wir leben in einer Multi-Channel-Welt. Deine Marke wird überall—auf Social Media, bei Google oder persönlich—wahrgenommen. Wenn dein Auftritt und deine Botschaften überall konsistent bleiben, wird deine Marke mit der Zeit vertraut.

Und Vertrautheit schafft Vertrauen, ein Phänomen, das in der Psychologie als Mere-Exposure-Effekt bekannt ist: Je öfter Menschen einer Sache begegnen, desto positiver nehmen sie diese wahr.

Differenzierung

Professionelles Markenmaterial, das über alle Kanäle hinweg stimmig bleibt, hilft dabei, deine Marken-Assets—also Logo, Farben, Tagline—in den Köpfen der Menschen zu verankern.

Mit der Zeit werden sie zu Identifikatoren, die Menschen sofort mit deiner Marke assoziieren und die dich von deiner Konkurrenz abheben. Dieses Thema beleuchte ich genauer in meinem Artikel über die Wiedererkennbarkeit von Marken.

Allerdings ist nicht jedes Markenmaterial gleichermaßen wirkungsvoll. Deshalb solltest du gut überlegen, welche du in deinem Unternehmen wirklich brauchst, anstatt einfach nur jede Box abzuhaken.

Arten und Beispiele für Markenmaterialien für Unternehmen

Es gibt im Allgemeinen zwei Arten von Markenkollateral: Print und digital.

Sehen wir uns mal einige Beispiele für jede Art an.

Gedruckte Markenmaterial

Verpackungen

Wenn du physische Produkte verkaufst, ist die Verpackung mit Abstand dein wichtigstes Markenmaterial. Sie ist das Erste, was ein Kunde sieht und berührt, und prägt so die Wahrnehmung des gesamten Produkts. Ein gut gestaltetes Packaging ergänzt das Markenerlebnis um eine taktile Komponente. Clevere Details und kleine Überraschungen können diesen Effekt noch verstärken.

Studien zeigen, dass 52% der Menschen eher dazu neigen, erneut zu bestellen, wenn die Lieferung in einer hochwertigen Verpackung ankommt. Das zeigt, dass das Unboxing-Erlebnis ein entscheidender Moment in der Customer Journey ist.

Wenn du ein reines Dienstleistungsunternehmen führst, überspring diesen Punkt natürlich komplett und investiere dein Budget an anderer Stelle.

Beschilderung

Wenn du einen physischen Standort hast oder auf Messen ausstellst, ist Signage für dich nach wie vor relevant. Ein gut gestaltetes Schild vor einem Café, ein Banner auf einem Event oder Point-of-Sale-Grafiken im Laden machen deine Marke im richtigen Moment sichtbar und wiedererkennbar.

Größere Formate wie Plakate oder Billboards können zudem Neugier wecken und Menschen dazu bewegen, mehr über deine Marke erfahren zu wollen.

Auch hier gilt, wenn dein Unternehmen rein online stattfindet, kannst du diesen Punkt möglicherweise streichen.

Broschüren

Ich bin ganz ehrlich: Die meisten kleinen Unternehmen brauchen keine Broschüre. Deine Website erledigt diesen Job besser, weil sie durchsuchbar und immer aktuell ist—und nicht im Altpapier landet.

Ich frage meine Kunden meistens, welches spezifische Problem eine Broschüre lösen soll, bevor wir mit der Gestaltung beginnen. Gründe für eine Broschüre könnten sein:

Das könnte zum Beispiel ein Premium-Service-Unternehmen sein, das seine Kunden persönlich trifft, ein Business mit einem komplexen Angebot, dem ein haptisches Element beim Erklären hilft, oder eine Marke, die das Broschürendesign gezielt als Qualitätssignal nutzt.

Wenn du dich für eine Broschüre entscheidest, investiere in den Content sowie die Druck- und Papierqualität. Eine hochwertige Broschüre wird behalten und weitergereicht. Du kannst sogar mit der Drucktechnik ein Statement setzen—zum Beispiel mit Algen-Tinte, wenn Nachhaltigkeit Teil deiner Marke ist.

Flyer

Die gleiche Logik gilt für Flyer. Ein gezielter Social-Media-Post oder eine digitale Anzeige erreicht meist mehr der richtigen Leute für weniger Geld. Hebe dir den Druck für Momente auf, in denen das physische Objekt einen Mehrwert bietet, wie eine wunderschöne Einladung oder etwas Taktiles, das deine Premium-Marke unterstreicht.

Wenn du Flyer druckst, füge doch einen QR-Code hinzu, der zu deiner Website, deinem Menü oder Buchungssystem führt. Das schlägt die Brücke zwischen Physisch und Digital und macht den Flyer nützlicher.

Tipp

Hochwertige Bilder machen beim Design von Flyern und Broschüren einen großen Unterschied. Wenn du noch kein Budget für individuelle Markenfotografie hast, sind Stockbilder eine praktische und preiswerte Alternative. Achte jedoch darauf, Bilder zu wählen, die zu deiner Markenpersönlichkeit passen und einen konsistenten visuellen Stil bewahren.

Wenn du Bildquellen suchst, habe ich einen hilfreichen Guide erstellt mit den besten Quellen für authentische Stockfotos.

Kataloge

Für die meisten kleinen Unternehmen gehören gedruckte Kataloge der Vergangenheit an. Online-Kataloge sind in jeder Hinsicht praktischer: Sie sind durchsuchbar, sortierbar und lassen sich sofort aktualisieren. Die einzigen Ausnahmen sind bestimmte B2B-Kontexte oder Zielgruppen, bei denen Print nach wie vor Gewicht hat, wie zum Beispiel bei Senioren.

Wenn du ein kleines produktbasiertes Unternehmen führst, das gerade erst anfängt, spar dir den gedruckten Katalog.

Visitenkarten

Visitenkarten ernten heutzutage oft nur noch ein Augenrollen, und für reine Online-Unternehmen ist das auch völlig berechtigt.

Aber wenn du im B2B-Bereich tätig bist und regelmäßig Kunden persönlich triffst, ist eine gut gestaltete Karte immer noch Teil des ersten Eindrucks.

Mein Kunde, Office Flower Solutions, pitcht beispielsweise persönlich bei Firmen und händigt Karten an Gebäudemanager aus. In diesem Fall zählt das Detail.

Wenn du Visitenkarten druckst, lass sie für dich arbeiten. Ein QR-Code, der deine Kontaktdaten automatisch speichert, nimmt dem Gegenüber das mühsame Abtippen ab und sorgt dafür, dass die Karte wirklich einen Nutzen hat.

Visitenkarten für Office Flower Solutions, ein Markendesign, das die anspruchsvolle und zugleich eigenwillige Markenidentität widerspiegelt.
Visitenkartendesigns für Office Flower Solutions, die die anspruchsvolle und zugleich verspielte Markenidentität zeigen

Geschäftsausstattung

Die Geschäftsausstattung, zu der unter anderem gebrandetes Briefpapier, Umschläge, Verträge und Angebote gehören, zählt zu den schnell umzusetzenden Markenmaterialien.

Diese Dinge sind vergleichsweise kostengünstig zu erstellen und verleihen jeder offiziellen Interaktion eine professionelle Note.

Wenn du Angebote oder Verträge an Kunden verschickst, signalisiert eine einheitliche Gestaltung, dass du dein Unternehmen ernst nimmst.

Dennoch reicht es für die meisten kleinen Unternehmen aus, mit einem digitalen Briefkopf und einer PDF-Angebotsvorlage zu starten. Heutzutage muss das Ganze oft gar nicht mehr gedruckt werden.

Merchandise

Branded Merchandise kann ein unterhaltsamer Weg sein, um deine Marke in die Welt hinauszutragen. Und wenn es gut gemacht ist, entwickelt es vielleicht ein Eigenleben.

Denk an die rosa Beutel von Glossier, die Kunden massenhaft auf Social Media posteten, an den Merch von Deliciously Ella, der sich wie eine natürliche Erweiterung ihres Wellness-Lifestyles anfühlt, oder an die Stoffbeutel des MoMA, die Menschen als Statement für ihren guten Geschmack tragen.

Was all diese Beispiele gemeinsam haben, ist, dass sie eine Geschichte stützen, von der die Menschen Teil sein möchten. Es geht um Selbstdarstellung und nicht nur um Markenpräsenz.

Merchandise-Artikel können Kleidung (T-Shirts, Caps, Hoodies), Accessoires (Taschen, Handyhüllen, Sticker) oder auch Trinkgefäße, Geräte und kleine Geschenke sein.

Für die meisten kleinen Unternehmen ist Merchandise eher ein nettes Extra als eine Priorität. Spar es dir für den Moment auf, in dem deine Marke eine starke Persönlichkeit und eine treue Fangemeinde hat. Wenn die Botschaft stimmt, wollen die Leute sie auch auf einem T-Shirt tragen.

Tipp

Bevor du dein Design finalisierst, kannst du mit Hilfe von Mockups prüfen, wie deine Drucksachen in der Realität aussehen würden.

Du bist dir nicht sicher, wo du hochwertige Mockups finden kannst? Schau mal in meine Sammlung der besten Premium-Mockup Websites an (einschließlich einiger Rabattcodes).

Gedruckte Werbung

Klassische Werbeanzeigen in Magazinen oder Zeitungen sind für kleine Unternehmen aufgrund der hohen Kosten und der mangelnden Zielgenauigkeit selten die Investition wert.

Redaktionelle Beiträge sind jedoch eine ganz andere Geschichte. Wenn deine Marke in einer Nischenpublikation vorgestellt wird, sei es in einem lokalen Lifestyle-Magazin oder einem Fachmagazin, verleiht ihr das eine Glaubwürdigkeit, die eine bezahlte Anzeige niemals erreichen könnte.

In einer übersättigten Online-Welt ist PR einer der meistunterschätzten Hebel für kleine Marken.

Digitales Markenmaterial

Website und Landing Pages

Deine Website sollte das Fundament deines Markenmaterials sein, zu dem alles andere zurückführt. Sie ist gleichzeitig Informationsknotenpunkt, Vertriebskanal, Portfolio und erster Eindruck.

Hier laufen alle Neuigkeiten, Links, Produkte und Leistungsbeschreibungen zusammen. Du kannst Social Proof wie Kundenstimmen einbauen, Besucher gezielt führen und Informationen aktualisieren, ohne sie direkt neu drucken zu müssen.

Wenn du eine bestimmte Handlung forcieren möchtest, beispielsweise die Buchung eines Services oder den Kauf eines Produkts, kann eine dedizierte Landingpage ein sinnvoller Schritt sein. Du kannst den Traffic aus Kanälen wie SEO, Social Media oder sogar aus deinen Printmaterialien per QR-Code direkt dorthin leiten.

Im Gegensatz zu jedem gedruckten Material lässt sich deine Website per A/B-Test prüfen und basierend auf echten Daten stetig verbessern. Allein diese Flexibilität macht es wert, von Anfang an in sie zu investieren.

Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen. Manche B2B-Unternehmen verlassen sich komplett auf Empfehlungen und persönliche Beziehungen. Aber selbst dann hilft eine simple Website dabei, dein Angebot zu erklären, schafft Glaubwürdigkeit und gibt Menschen einen Ort, an den sie andere verweisen können.

Weiterlesen

Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest: In meinem Artikel „15 Gründe, warum deine Marke immer noch eine Website braucht“ erfährst du, welche Vorteile eine Website als zentrales Markenmaterial für Unternehmen wirklich bietet.

Oder interessiert dich vielleicht mein Artikel darüber, wie du eine Website gestaltest, die Konversionen fördert? Darin zeige ich dir, wie du deine digitale Präsenz gezielt für Kundenaktionen und Verkäufe optimierst.

Social Media Profile und Posts

Für manche Unternehmen ist Social Media extrem wertvoll, für andere hingegen völlig irrelevant. Zudem sind die Kanäle komplett gesättigt.

Bevor du hier Zeit investierst, frage dich ehrlich: Ist meine Zielgruppe dort wirklich aktiv und bin ich bereit, konsistent präsent zu sein? Denn ein inkonsistenter Social-Media-Auftritt kann mehr schaden als nützen, denn er lässt deine Marke vernachlässigt wirken.

Wenn die Antwort ‚Ja‘ lautet, dann sorge dafür, dass deine visuelle Identität und dein Tonfall auf allen gewählten Plattformen konsistent bleiben. Authentischer Content performt meist besser als glattpolierte Standard-Templates. Die Leute merken den Unterschied sofort.

E-Mail-Templates

Gebrandete E-Mail-Templates lohnen sich vor allem für Newsletter und Promotion-Mails. Tools wie Mailchimp oder ConvertKit machen das Aufsetzen ziemlich einfach.

Für deine tägliche E-Mail-Signatur würde ich vorschlagen: Halt es simpel. Dein Logo, Name, Titel und Website reichen völlig aus. Niemand braucht dein komplettes Marken-Manifest in seinem Posteingang.

Digitale Werbung

Auch digitale Anzeigen sind Markenmaterial. Da organische Reichweite immer schwieriger zu erzielen ist, werden sie zunehmend interessanter.

Unabhängig vom Format solltest du auch hier deine visuelle Identität beibehalten. Eine Anzeige, die überhaupt nicht nach deiner Website oder deinen Social-Media-Kanälen aussieht, stiftet eher Verwirrung als dass sie einen Wiedererkennungswert schafft.

Allerdings ist die Erstellung von Werbeanzeigen eine Spezialdisziplin. Wenn du in sie investieren möchtest, lohnt es sich, mit jemandem zusammenzuarbeiten, der sich damit auskennt.

Bildungsinhalte und Content

Educational Content wie Blogposts, Whitepaper, Case Studies, Infografiken oder Erklärvideos kann über die Zeit enormes Vertrauen und Sichtbarkeit aufbauen.

In meinem eigenen Business war dies bisher meine effektivste Strategie.

Wenn wir aber ehrlich sind, verändern KI-Übersichten (AI Overviews) die Spielregeln grundlegend. Einfacher Schritt-für-Schritt-Content wird immer häufiger direkt in der Suche beantwortet, ohne dass die Nutzer klicken müssen. Was nach wie vor funktioniert, sind tiefgründige Inhalte, die auf persönlichen Erfahrungen basieren und einen klaren Standpunkt vertreten.

Auch Downloads, Tools und Templates könnten überflüssig werden, da die KI auch diese zukünftig bereitstellen kann. Wenn ich ehrlich bin, versuche ich selbst gerade noch herauszufinden, wohin der Trend hier geht.

Für welches Format du dich auch entscheidest, bleib bei deinem Branding. Bildungsinhalte, die eine Brücke zu deiner visuellen Identität und deiner Markenstimme schlagen, schaffen Vertrautheit—und Vertrautheit schafft Vertrauen.

Markenmaterial an die Customer Journey anpassen

Wir haben die Customer Journey bereits kurz angesprochen. Um Menschen davon zu überzeugen, bei deinem Unternehmen zu kaufen, musst du ihnen die richtigen Informationen zur richtigen Zeit bereitstellen.

Genau hier kommen Markenmaterialien ins Spiel: Es hilft dir, Materialien zu erstellen, die effektiv kommunizieren, auch wenn die Customer Journey in der Realität selten linear verläuft.

Im Folgenden siehst du die fünf Phasen der Customer Journey sowie Beispiele für geeignetes Markenkollateral in jeder Phase:

1. Bewusstseinsphase

In der Bewusstseinsphase (auch Awareness-Phase) werden die Menschen zum ersten Mal auf deine Marke aufmerksam und erfahren, dass dein Unternehmen existiert und bestimmte Produkte oder Leistungen anbietet. Vielleicht wird ihnen ein Problem bewusst und sie beginnen, nach Lösungen zu suchen.

Was du erreichen willst

Identifiziere die Probleme und Herausforderungen der Kunden, die deine Produkte oder Dienstleistungen lösen können.

Markenmaterial für diese Phase

Erstelle Markenmaterial, das deine Zielgruppe aufklärt und anspricht, indem es auf ihre Probleme eingeht und Lösungen anbietet. Dadurch kannst du deine Marke als vertrauenswürdige Autorität in deiner Branche etablieren und die Grundlage für weitere Interaktionen schaffen.

Zum Beispiel:

  • Blogartikel
  • Grafiken über die sozialen Medien
  • Videos
  • Merchandise, wie z.B. Tragetaschen

2. Erwägungsphase

In dieser Phase bewerten die Verbraucher verschiedene Optionen und vergleichen ihre Merkmale, Preise und andere Faktoren.

Was du erreichen willst

Stelle detaillierte Informationen über deine Produkte oder Dienstleistungen bereit, um den Kunden bei seiner Entscheidung zu unterstützen.

Markenmaterial für diese Phase

Entwickle Markenkollateral, das deine Produktmerkmale, Vorteile und Alleinstellungsmerkmale hervorhebt. Dies hilft den Kunden zu verstehen, wie deine Produkte oder Leistungen ihre spezifischen Bedürfnisse und Anforderungen erfüllen können.

Zum Beispiel:

  • Produktbroschüren
  • Vergleichende Ratgeber
  • Produkt-Erklärungsvideo

3. Entscheidungsphase

In dieser Phase trifft der Kunde eine Kaufentscheidung und wählt das Produkt oder die Dienstleistung aus, die am besten zu seinen Bedürfnissen passt.

Was du erreichen willst

Überzeuge die Kunden, deine Marke gegenüber deiner Konkurrenten zu kaufen.

Markenmaterial für diese Phase

Biete Materialien an, die Vertrauen und Zuversicht in deine Marke stärken. Versichere dem Kunden, dass er die richtige Entscheidung trifft, indem er dein Unternehmen wählt.

Zum Beispiel:

  • Verkaufs-Präsentationen
  • Personalisierte Angebote
  • Services Seite deiner Website

4. Kaufphase

In dieser Phase macht der Kunde die Transaktion.

Was du erreichen willst

Ermögliche den Kunden einen reibungslosen und nahtlosen Kaufprozess.

Markenmaterial für diese Phase

Stelle Material bereit, das die Kunden durch den Kaufprozess führt und es ihnen erleichtert, ihre Transaktionen abzuschließen.

Zum Beispiel:

  • Gebrandete Bestellformulare
  • Checkout Page
  • Bestätigungs-Email

5. Loyalitätsphase

Nach dem Kauf erlebt der Kunde das Produkt oder die Dienstleistung und entscheidet, ob er erneut kauft oder dein Unternehmen seinen Freunden empfiehlt.

Was du erreichen willst

Langfristige Beziehungen zu Kunden aufbauen und Wiederholungskäufe fördern.

Markenmaterial für diese Phase

Erstelle Markenkollateral, das die Kunden auch nach dem Kauf informiert und engagiert hält.

Zum Beispiel:

  • Praktische Anleitungen und Benutzerhandbücher
  • Newsletter
  • Personalisierte Geburtstagskarten

Tipps für die Entwicklung effektiver Markenmaterialien für dein Unternehmen

Investiere in professionelle Branding und Design

Dein Markenkollateral ist effektiver, wenn es professionell gestaltet ist—und damit meine ich nicht nur visuell ansprechend.

Wenn du von Anfang an in Markenstrategie und Branding investierst, kannst du eine Markenidentität entwickeln, die dein Publikum anspricht und dein Unternehmen von anderen abhebt. Du kannst auch eine Kommunikationsstrategie entwickeln, die die Probleme, Bedürfnisse und Einwände der Kunden effektiv anspricht.

Dein Markenmaterial kann dann strategisch erstellt werden, um die Markenidentität auszudrücken und die Bedürfnisse der Verbraucher zu adressieren.

Sorge für Konsistenz

Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Halte deine Markenfarben, Typografie, Logo und Botschaften über alle Markenmaterialien hinweg konsistent. Dies schafft Vertrauen und Loyalität und signalisiert Professionalität.

Weiterlesen

Die Entwicklung von Brand Guidelines stellt sicher, dass alle in deinem Unternehmen die gleichen Standards einhalten.

Ein weiterer Aspekt von Konsistenz ist die Verwendung des richtigen Dateiformats für dein Logo, damit es auf Visitenkarten, Beschilderungen oder Social-Media-Grafiken immer klar und professionell bleibt. Eine vollständige Übersicht findest du in meinem Artikel über Logo-Dateiformate.

Regelmäßige Aktualisierungen

Wenn sich deine Strategie, der Markt oder dein Angebot ändert, solltest du auch dein Markenkollateral anpassen.

Du kannst auch Kundenfeedback oder -daten nutzen, um fundierte Entscheidungen über die Optimierung des Markenkollaterals zu treffen.

Zukünftige Trends für Markenkollateral

Digital-first

Der Wandel ist längst in vollem Gange. Websites, Social Media und E-Mails sind heute die primären Kanäle für die Markenkommunikation. Ein „Digital-First“-Denken sollte daher jede Entscheidung beeinflussen, die du in Bezug auf dein Markenmaterial triffst.

Unternehmen fangen zudem an, das Physische neu zu denken. Digitale Visitenkarten mit NFC-Technologie, wie von Tapt, ermöglichen es dir, Kontaktdaten mit einem einfachen Tippen zu teilen, ganz ohne Druckkosten.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Print tot ist. Im Gegenteil: Mit der zunehmenden „digitalen Müdigkeit” erlebt Print gerade ein Comeback. In einer Welt, in der fast alles auf Bildschirmen stattfindet, fällt das Physische auf, weil es den digitalen Lärm durchbricht.

Richtig interessant wird es, wenn man beides kombiniert. QR-Codes in Broschüren, interaktive Elemente in digitalem Material oder personalisierte Postkarten, die Menschen gezielt online führen.

Augmented Reality (AR) treibt das Ganze noch weiter. Die IKEA Place App beispielsweise lässt Kunden Möbel virtuell in der eigenen Wohnung testen, bevor sie den Kauf tätigen.

Personalisierung

Daten und KI-Tools machen personalisierte Inhalte und Botschaften heute für Unternehmen jeder Größe zugänglich. Für kleine Unternehmen kann schon eine einfache Personalisierung—wie ein maßgeschneidertes Angebot oder ein segmentierter Newsletter—einen echten Unterschied machen.

Nachhaltigkeit

Umweltfreundliche Praktiken bei der Produktion von Markenmaterial werden mittlerweile erwartet und sind kaum noch ein Alleinstellungsmerkmal. Beeindruckende 74% der Konsumenten sind bereit, mehr für nachhaltige Verpackungen zu zahlen. Und das ist nur der Anfang, wenn man andere Materialien bedenkt. Wenn Nachhaltigkeit Teil deiner Markengeschichte ist, sollte sich das auch in der Herstellung deiner Materialien widerspiegeln.

Wenn dich das Thema interessiert, wird dir sicher auch mein Artikel über nachhaltiges Branding gefallen.

Fazit

Unternehmen, die es richtig machen, konzentrieren sich zuerst auf das Fundament, bevor sie überhaupt an das Material denken. Für mich sind das die Strategie, eine eigene Bildsprache und die Website. Alles andere—vom Packaging bis zur Visitenkarte—hängt davon ab, wo und wie du deinen Kunden tatsächlich begegnest.

Zudem verändert sich die Lage schnell. Einige Formate verschwinden, neue Kanäle kommen hinzu, und künstliche Intelligenz verändert grundlegend, wie Menschen Inhalte finden und konsumieren. Marken, die relevant bleiben, treffen bewusste Entscheidungen, anstatt zu versuchen, alles auf einmal zu machen.

Brauchst du Hilfe bei deinem Branding? Kontaktiere mich und lass uns schauen, wie ich dir helfen kann.

Und wenn du nun darüber nachdenkst, das Design deiner Marketingmaterialien auszulagern, ist dieser Artikel genau das Richtige für dich. Er vergleicht die Zusammenarbeit mit einer Branding-Agentur mit der mit einem Freelancer und hilft dir dabei, die passende Option für dein Unternehmen zu finden.

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Hallo

Ich bin Nine Blaess, Brand Strategist und Designerin. Ich verbinde Design, Psychologie und Copywriting, um aus deiner Dienstleistung eine unverwechselbare Marke zu machen. Mit meinen über zehn Jahren Erfahrung sorge ich dafür, dass dein Branding so professionell ist wie deine Arbeit und genau die Kunden anzieht, die du dir wünschst.

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