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Was ist eine Tagline? Und wie schreibst du eine, die im Gedächtnis bleibt?

Diesen Artikel gibt es auch auf Englisch .

Ein Mädchen schreibt auf einen Notizblock. Dies ist eine Einleitung zum Artikel: Was ist eine Tagline? Und wie schreibst du eine, die im Gedächtnis bleibt?
Von Nine Blaess
10:58 Minuten Lesezeit
22. September 2026
In diesem Artikel
Vielleicht weißt du nicht mehr, wann du sie zum ersten Mal gehört hast, aber eine großartige Tagline kann dich jahrelang begleiten. Was macht ein paar Wörter so einflussreich? Warum werden manche Taglines Teil unserer Alltagskultur, während andere verschwinden? Hier erfährst du, was eine Tagline ist und wie du eine schreibst, die bleibt.

Die Kurzfassung

Wenn du keine 11 Minuten hast, hier das Wichtigste in Kürze:

  • Was eine Tagline ist: Eine Tagline ist ein kurzer, einprägsamer Satz, der auf den Punkt bringt, wofür deine Marke steht.
  • Tagline oder Slogan: Die Tagline ist der dauerhafte Satz deiner Marke (wie Nikes „Just Do It“). Ein Slogan gehört zu einer zeitlich begrenzten Kampagne oder einem Produkt (wie „Find Your Greatness“).
  • Das Dilemma mit Taglines: Nur 6% der Taglines werden sofort mit ihrer Marke verbunden. Um diese Hürde zu nehmen, setz auf Klang oder Rhythmus, deinen Markennamen oder unerwartete Wörter.
  • Tipp: Wenn dein Name funktional ist, werde emotional. Airbnb (air bed and breakfast) hat mit „Belong Anywhere“ Emotion in die Marke gebracht. Wenn dein Name emotional ist, werde funktional. Hinge hat einen emotionalen Namen mit der Tagline „Designed to be Deleted“ kombiniert.
  • Das Geheimnis ist Konsistenz. Eine gute Tagline, die du jahrelang nutzt, bringt deiner Marke mehr als eine perfekte, die du ständig änderst.

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Fehlt dir noch die Inspiration, bevor du loslegst? Mein Artikel mit 50 ikonischen Tagline-Beispielen ist ein guter Einstieg.

Was ist eine Tagline?

Eine Tagline ist ein kurzer, einprägsamer Satz, der ausdrückt, wofür deine Marke steht. Er fasst deine Kernidee in wenigen Worten zusammen, damit Menschen sofort verstehen, wofür deine Marke steht und warum sie für sie relevant ist.

Einige der einflussreichsten Sätze der Wirtschaftsgeschichte bestehen nur aus wenigen Wörtern, etwa „Just Do It“, „A diamond is forever“ oder „Think different“.

Du weißt sofort, welche Marken dahinterstecken, selbst ohne das Logo zu sehen. Genau das ist die Aufgabe einer guten Tagline: Sie macht deine Marke erinnerbar und einzigartig und sorgt für sofortigen Wiedererkennungswert, selbst wenn dein Markenname gerade nicht sichtbar ist.

Tagline oder Slogan: Was ist der Unterschied?

Taglines und Slogans werden oft verwechselt, sind aber nicht dasselbe. Beide sollten einprägsam sein, haben aber unterschiedliche Aufgaben.

Ein Slogan ist an eine spezifische Kampagne oder ein Produkt gebunden. Nike hat zum Beispiel Slogans wie „Find Your Greatness“, „Unlimited You“ oder „Believe in something. Even if it means sacrificing everything“ für einzelne Kampagnen genutzt. Aber nur „Just Do It“ ist ihre Tagline. Sie besteht seit 1988 und wurde tatsächlich nie geändert.

Eine Tagline ist für die Ewigkeit gedacht. Sie sollte jedes einzelne Produkt und jede einzelne Kampagne überdauern.

Nike platziert seine Tagline überall, in Anzeigen, auf Verpackungen und sogar in den Suchergebnissen. Und genau deshalb ist sie mit der Zeit Teil der Marke selbst geworden.

Im deutschsprachigen Raum ist der übliche Begriff dafür Claim. Im Englischen hörst du dafür auch Strapline—vor allem in Großbritannien, Motto oder Catchphrase.

Beispiel von Nike, das zeigt, wie der Slogan „Just Do It“ in Google Search und in der SEO-Meta-Beschreibung verwendet wird.
Beispiel, wie Nike seinen Slogan „Just Do It“ in Google Search integriert

Braucht jede Marke eine Tagline?

Nicht jede Marke braucht eine Tagline. Es gibt aber mehrere gute Gründe, über eine nachzudenken:

  • Den Markennamen etablieren: Eine Tagline kann Menschen helfen, sich vom ersten Tag an mit deiner Marke zu verbinden. Denk an den Carsharing-Anbieter Mevo. Durch „Go with Mevo“ auf der Fahrzeugflotte fuhr der Name durch die ganze Stadt, denn man konnte die Tagline nicht lesen, ohne den Markennamen mitzulesen. Ein bekannteres Beispiel ist „Es gibt Dinge, die kann man nicht kaufen. Für alles andere gibt es Mastercard.“
  • Einem funktionalen, beschreibenden Namen eine emotionale Ebene geben: Der Name Airbnb ist funktional und steht für „air bed and breakfast“. „Belong Anywhere“ („Überall zu Hause“), 2014 mit dem Rebranding eingeführt, brachte die Emotion ins Spiel, die dem Namen fehlte, und machte aus einer Buchungsplattform ein Erlebnis. Airbnb nutzt die Tagline inzwischen nicht mehr, aber das Prinzip gilt weiterhin.

  • Einem abstrakten, emotionalen Namen eine funktionale Erklärung geben: Die Dating-App Hinge ist ein gutes Beispiel. Der Name deutet auf Verbindung hin (hinge heißt Scharnier), aber die Tagline „Designed to be Deleted“ („Gemacht, um gelöscht zu werden“) sagt dir genau, was die App verspricht.

  • Alle deine Kampagnen zusammenhalten: Guinness hat Ende der Neunziger verschiedene Werbespots gezeigt. Aber „Good things come to those who wait“ hielt sie alle zusammen. Das funktionierte, weil die Tagline auf der einfachen Wahrheit beruhte, dass es tatsächlich länger dauert, ein Guinness zu zapfen. 2012 ersetzte die Marke die Tagline durch „Made of More“ und musste diese verbindende Arbeit damit von vorn beginnen. L’Oréal ist ein weiteres Beispiel. Die Marke hat seit 1971 Gesichter, Produkte und Märkte gewechselt, aber „Weil ich es mir wert bin“ ist geblieben.

  • Deine Marke abheben: Audi, Volvo und BMW verkaufen alle Autos, aber ihre Taglines zeigen seit Jahrzehnten in drei verschiedene Richtungen. „Vorsprung durch Technik“ beansprucht die Technik, „For Life“ die Sicherheit und „Freude am Fahren“ das Fahren selbst. Eine Tagline ist einer der schnellsten Wege zu zeigen, was dich auszeichnet und wie du deine Marke im Markt positioniert hast.

Wenn dein Markenname oder deine visuelle Identität diese Arbeit schon leisten, bringt dir eine Tagline aber vielleicht nichts. Schau dir deinen Namen an, denn er entscheidet, was für die Tagline noch übrig bleibt. Bose sagt nichts über Klang, also trägt „Better sound through research“ das Versprechen. Dollar Shave Club erklärt Produkt und Preis schon in drei Wörtern, also muss die Tagline nur noch die Haltung ergänzen: „Shave time. Shave money.“

Bevor du eine schreibst, schau dir deine Ziele, deine Positionierung, Zielgruppe und Markenstrategie an. Daran siehst du, ob sich der Aufwand für eine Tagline lohnt. Es lohnt sich zu fragen, ob sie wirklich hilft oder nur im Weg steht. Und damit meine ich wirklich im Weg. Bis eine Tagline ankommt, braucht es Zeit und konsequente Präsenz. Das passiert nicht über Nacht, und irgendjemand muss dafür bezahlen.

Bei Office Flower Solutions haben wir uns gegen eine Tagline entschieden, obwohl sie dem sehr funktionalen Namen etwas Emotion hätte geben können. Das Geschäftsmodell beruht aber auf persönlichem Verkauf, und dabei hätte eine Tagline nicht geholfen. Sie zu entwickeln, wäre verschwendetes Budget gewesen.

Merkmale einer starken Tagline

Was unterscheidet die vergessenen Taglines von den ikonischen? Die meisten starken Taglines haben ein paar Dinge gemeinsam:

  • Ehrlich: Sie stellt eine Behauptung auf, die die Marke belegen kann. „We try harder“ (Avis) funktionierte, weil Avis hinter Hertz die Nummer zwei war. „Probably the best lager in the world“ (Carlsberg, inzwischen „beer“ statt „lager“) funktionierte, weil das „probably“ Raum für Zweifel ließ. Und 2019 gab Carlsberg UK tatsächlich öffentlich zu, dass das Bier nicht gut genug gewesen war.
  • Einzigartig: Sie ist so eng mit deiner Marke verbunden, dass sie niemand anderem gehören könnte. „Shave time. Shave money.“ (Dollar Shave Club) ist ein gutes Beispiel. Die Tagline dreht sich um Rasierer, signalisiert einen günstigen Preis und kommt im frechen, respektlosen Ton der Marke daher.
  • Einprägsam: Sie nutzt Klang oder Rhythmus, um im Gedächtnis zu bleiben, aber manchmal leistet die Formulierung selbst die Arbeit. „A diamond is forever“ wirkt fast poetisch, und deshalb erinnerst du dich schon nach ein- oder zweimaligem Hören daran.
  • Klar: Sie vermittelt etwas Konkretes statt eines vagen Gefühls. „Eat fresh“ (Subway) sagte dir genau, worum es bei dem Erlebnis ging: Fast Food, das tatsächlich frisch ist.
  • Zeitlos: Sie hängt nicht von Trends ab, die veralten. „Finger lickin’ good“ funktioniert für KFC seit 1956, weil die Tagline das Produkt beschreibt und nicht den Zeitgeist. KFC setzte sie 2020 während der Pandemie aus, als Fingerablecken tabu war, und holte sie danach zurück. Eine zeitlose Tagline übersteht so eine Unterbrechung.
  • Vielseitig: Sie funktioniert überall. „Just Do It “(Nike) passt zum Marathonläufer genauso wie zur Anfängerin, auf einem riesigen Billboard genauso wie auf einem Schuhkarton.

Was macht eine Tagline erfolgreich?

Diese Merkmale sind ein guter Ausgangspunkt. Aber zu wissen, wie eine großartige Tagline aussieht, und zu wissen, wie deine eigene in den Köpfen der Menschen ankommt, sind zwei verschiedene Dinge.

Jenni Romaniuk vom Ehrenberg-Bass Institute erklärt die Mechanik dahinter in „Building Distinctive Brand Assets“ (2018). Ihr zentrales Maß ist die Markenverknüpfung, und die hat zwei Teile. Denken Menschen, wenn sie den Satz hören, überhaupt an deine Marke, und denken sie nur an deine? Nach diesem Maß scheitern die meisten Taglines.

Eine eigene globale Studie von Ipsos und JKR hat das in Zahlen gefasst. Die Forscher testeten 5.046 Markenelemente von 523 Marken mit über 26.000 Menschen in 25 Ländern und bewerteten jedes mit Gold, Silber oder Bronze. Gold bedeutete, dass das Element sofort und ausschließlich an eine Marke denken ließ. Über alle Elemente hinweg erreichten nur 15 % Gold. Slogans (einschließlich Taglines) kamen auf 6 % und landeten damit auf dem vorletzten Platz, vor Farben, aber hinter Logos, Maskottchen und unverwechselbaren Produkten.

Die Schwierigkeit liegt darin, dass Taglines aus Wörtern bestehen, und Wörter haben bereits eine Bedeutung. Ein Logo kann für die Welt völlig neu sein, „Qualität, der Sie vertrauen können“ ist es nie. Außerdem konkurriert deine Tagline mit deinem eigenen Markennamen um denselben Platz im Gedächtnis. Deshalb hilft es selten, mehr Bedeutung in eine Tagline zu packen. Je mehr sie sagen will, desto schwerer ist sie zu verarbeiten und zu merken.

So machst du deine Tagline unverwechselbarer

Dass die meisten Taglines scheitern, heißt aber nicht, dass du keine haben solltest. Es gibt laut Romanuik ein paar Wege, wie du aus der Masse herausstichst:

  1. Klang und Rhythmus. Taglines mit einer musikalischen oder rhythmischen Qualität bleiben eher im Gedächtnis. Das „ba-da-ba-ba-baa“ von McDonald’s leistet genauso viel Arbeit wie die Wörter selbst.
  2. Dein Name in der Tagline. Den Markennamen einzubauen, stärkt die Verknüpfung im Gehirn. „ … Maybe it’s Maybelline“ funktioniert auch deshalb so gut, weil man den Satz nicht ohne den Namen sagen kann. Wenn die Bekanntheit erst mal da ist, könnte der Name später auch weggelassen werden.
  3. Ungewöhnliche oder unerwartete Wörter: Vertraute Wörter gehen unter, unerwartete fallen auf. Red Bull dehnt „Flügel“ zu „Flüüügel“, was keine Rechtschreibprüfung zulassen würde und keine andere Marke für sich beanspruchen könnte.
  4. Eine Frage. Fragen schaffen einen kleinen Moment, in dem das Gehirn mitdenkt, und dadurch bleibt die Tagline länger hängen.

Interessanterweise hatten Reim und Länge in der Forschung kaum Einfluss darauf, ob Menschen eine Tagline mit ihrer Marke verbinden. Eine längere Tagline kann genauso unverwechselbar werden wie eine kurze. Trotzdem ist eine kürzere am Anfang meist leichter zu merken.

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Wenn du dich näher mit diesem Thema befassen möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel, in dem ich drei Forschungsquellen zur Wiedererkennbarkeit von Marken zusammenfasse, darunter auch die Arbeit von Jenni Romaniuk.

8 Arten von Taglines

Es gibt nicht die eine richtige Art, eine Tagline zu schreiben. Ich habe sie in acht gängige Arten eingeteilt. Die meisten Taglines passen zu mehr als einer, aber wenn du die Unterschiede kennst, kannst du deinen Ansatz leichter eingrenzen.

  1. Beschreibende Taglines sagen klar, was deine Marke tut oder anbietet. Sie funktionieren am besten, wenn dein Markenname abstrakt ist oder das Produkt nicht von selbst erklärt. Denk an „We’ll leave a light on for you“ (Motel 6), „Belong anywhere“ (Airbnb) oder „All the News That’s Fit to Print“ (The New York Times).
  2. Inspirierende Taglines konzentrieren sich auf das Versprechen und nicht nur auf das Produkt. Sie sprechen davon, wer du werden könntest, wenn du dich für diese Marke entscheidest: „Just Do It“ (Nike), „Weil ich es mir wert bin“ (L’Oréal), „Think different“ (Apple).
  3. Humorvolle Taglines nutzen Witz, um ein positives Gefühl für die Marke zu wecken. Entscheidend ist, dass der Humor echt wirkt und nicht gezwungen. „Maybe she’s born with it. Maybe it’s Maybelline“ (Maybelline), „Nothing runs like a Deere“ (John Deere) und „Shave time. Shave money“ (Dollar Shave Club) sind Beispiele dafür.
  4. Provokante Taglines stellen etwas infrage oder beziehen klar Stellung. Sie funktionieren, weil sie zeigen, dass die Marke einen Standpunkt hat und keine Angst hat, ihn zu zeigen. „What happens here stays here“ (Las Vegas), „Democracy dies in darkness“ (The Washington Post) und „Designed to be Deleted“ (Hinge) sind Beispiele.
  5. Taglines, die die Markenessenz einfangen, bringen auf den Punkt, wofür deine Marke im Kern steht. Sie funktionieren in jeder Branche, müssen aber genau sitzen, damit sie nicht generisch klingen. „A diamond is forever“ (De Beers), „Vorsprung durch Technik“ (Audi) und „Good things come to those who wait“ (Guinness) sind Beispiele, bei denen Satz und Marke untrennbar wirken.
  6. Wettbewerbsorientierte Taglines positionieren die Marke direkt oder indirekt gegen die Konkurrenz. Sie funktionieren am besten, wenn es einen echten, belegbaren Unterschied gibt. „We try harder“ (Avis), „Probably the best lager in the world“ (Carlsberg, 1973 bis 2011) und „There is no substitute“ (Porsche) bringen alle ihren Punkt rüber.
  7. Rhythmische und gereimte Taglines nutzen den Klang, damit der Satz im Kopf bleibt. „Melts in your mouth, not in your hands“ (M&M’s), „The quicker picker-upper“ (Bounty) und „Have a break, have a KitKat“ (KitKat) lassen sich kaum aussprechen, ohne den Rhythmus zu spüren.
  8. Taglines mit Handlungsaufforderung sind um ein Verb herum gebaut und laden dich ein, etwas zu tun. „Have it your way“ (Burger King, 1974 bis 2014), „Let’s go“ (Hertz) und „Just Do It“ (Nike) überzeugen alle, ohne zu drängen.

So schreibst du eine Tagline, die im Gedächtnis bleibt

Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine Tagline, die bleibt.

1. Beginne mit deiner Marke und deiner Zielgruppe

Bevor du mit dem Schreiben beginnst, musst du dir darüber im Klaren sein, wofür deine Marke steht, für wen sie da ist, wodurch sie sich abhebt und wie ihre Markenpersönlichkeit aussehen soll.

Du kannst nichts extrahieren, was du nicht zuvor definiert hast. Wenn du noch an deiner Markenpositionierung arbeitest, solltest du sie erst auf den Punkt bringen.

Sobald deine Marke steht, schau dir deine Zielgruppe an.

  • Was motiviert diese Menschen?
  • Wie reden sie im Alltag?

Eine gute Tagline beschreibt nicht einfach nur deine Marke. Sie wirkt wie ein Spiegel. Die Leute lesen sie und denken sofort: „Das hat etwas mit mir zu tun.“

2. Produziere erst einmal viele Optionen

Versuch nicht, gleich im ersten Entwurf die perfekte Tagline zu finden. Schreib 20, 30 oder sogar 50 Optionen auf. Ob naheliegend, schräg, lang oder kurz, schreib alles auf, was dir einfällt. In dieser Phase zählt Menge mehr als Qualität.

Dann suchst du nach den Beispielen, die dich überraschen. Die „sicheren“ Optionen fallen kaum auf, aber die unerwarteten haben das Potenzial, hängen zu bleiben.

3. Spiel mit Sprache und Länge

Jetzt geht es an den Feinschliff. Vielleicht experimentierst du mit Alliterationen, Rhythmus oder Wortspielen—aber nur, wenn es passt und nicht erzwungen wirkt.

  • Kannst du deinen Markennamen einbauen?
  • Gibt es ein Wort, das sich frisch oder ungewöhnlich anfühlt?
  • Würde eine Frage funktionieren?

Die meisten Taglines sind kürzer als acht Wörter. Die Taglines in meinem Artikel mit Tagline-Beispielen haben im Schnitt sogar nur vier bis fünf Wörter. Das ist aber keine feste Regel. Wenn deine Botschaft dadurch besser ankommt, darf sie auch etwas länger sein.

4. Teste sie gesprochen und an deiner Zielgruppe

Eine Tagline muss überall funktionieren, als Text, aber auch gesprochen.

  • Klingt sie flüssig und natürlich, wenn du sie aussprichst?
  • Klingt sie wie etwas, das man wirklich so sagen würde?

Zeig deine Favoriten Menschen, die nichts mit deinem Unternehmen zu tun haben, am besten solchen, die zu deiner Zielgruppe passen. Frag sie aber nicht: „Welche Version gefällt dir am besten?“ Sei stattdessen neugierig und frag: „Woran denkst du bei diesem Satz?“

Und denk immer daran, dass Neues oft Zeit braucht, um Bedeutung zu entwickeln. Verwirf eine Tagline also nicht sofort, nur weil sie sich am Anfang ungewohnt anfühlt. Vielleicht ist es genau diese Fremdheit, die sie am Ende einprägsam macht.

5. Lass deine Auswahl sacken, bevor du entscheidest

Nimm ein paar Tage Abstand und schau dir deine Liste dann noch einmal an. Die Sätze, die sich nach dieser Pause immer noch richtig anfühlen, sind wahrscheinlich die stärksten.

6. Prüf, ob die Tagline rechtlich verfügbar ist

Wenn du dich für eine Tagline entschieden hast, und bevor du sie veröffentlichst, solltest du prüfen, ob sie schon jemand anderes nutzt. Eine kurze Suche im nationalen Markenregister ist Pflicht. In Deutschland ist das das DPMA (Deutsches Patent- und Markenamt), in Europa das EUIPO und in Neuseeland das IPONZ.

Markenschutz ist realistisch, wenn die Tagline unterscheidungskräftig ist und nicht nur beschreibend. Allgemeine Formulierungen wie „Qualität, der Sie vertrauen können“ kommen dafür nicht infrage. Das Urheberrecht schützt Taglines dagegen selten, denn kurze Sätze erreichen meist nicht die nötige Schöpfungshöhe.

Wenn du den Schutz deiner Marke ernst nimmst, sprich mit einem Anwalt für Markenrecht. Taglines können in der Tat geschützt werden und für größere Marken ist das absolut ratsam.

Wann ist eine Tagline fertig?

Es gibt nicht den einen perfekten Moment, in dem dir klar wird, dass du fertig bist. Es gibt jedoch ein paar Anzeichen, die darauf hindeuten, dass du nah dran bist.

  1. Sie wirkt, als würde sie schon immer zu deiner Marke gehören, und spiegelt ihre Persönlichkeit perfekt wider.
  2. Sie lässt Spielraum für die unterschiedlichsten Kampagnen, ohne dass du die Tagline ändern musst.
  3. Wenn alle drei Punkte zutreffen, ist deine Tagline bereit genug. Der Rest kommt mit Zeit und Wiederholung.

Wenn alle drei Kriterien erfüllt sind, ist deine Tagline bereit. Der Rest kommt dann mit der Zeit und durch ständige Wiederholung.

Einführung einer neuen Tagline

Eine Tagline funktioniert nur, wenn du sie überall einsetzt. Das fängt bei deinem eigenen Team an. Bevor du deine Website aktualisierst oder eine Kampagne startest, sorge dafür, dass alle im Team die Bedeutung der Tagline verstehen.

Danach bringst du sie überall dort unter, wo deine Marke auftaucht—auf der Website, in den sozialen Medien, in E-Mail-Signaturen, Präsentationen, auf Verpackungen und in Werbeanzeigen. Wenn du hier nicht konsequent bleibst, verpasst du die Chance, die Tagline in ein echtes „Distinctive Brand Asset” zu verwandeln.

Ein Hinweis für globale Marken

Wenn deine Marke in verschiedenen Sprachen oder auf verschiedenen Märkten aktiv ist, solltest du dir auch über ihre Übersetzung Gedanken machen.

Manche Taglines verlieren bei der Übersetzung ihre gesamte Wirkung. Andere fallen gerade deshalb auf, weil sie in der Originalsprache bleiben, wie Audis „Vorsprung durch Technik” im englischsprachigen Raum. Wenn du international expandierst, solltest du deine Tagline unbedingt auf versteckte und ungewollte Bedeutungen in anderen Sprachen prüfen.

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Wenn du Kleinunternehmer bist und nicht weißt, wo du beim Aufbau deiner Marke anfangen sollst, ist mein Artikel über Branding für kleine Unternehmen vielleicht ein guter Einstieg.

Brauchst du Unterstützung bei deiner Tagline?

In meinen Branding-Projekten kommt die Tagline am Ende, wenn Positionierung, Kernbotschaften und Tonalität bereits feststehen, damit die Tagline etwas hat, das sie verdichten kann. Und manchmal ist das ehrliche Ergebnis, dass du gar keine brauchst.

Wenn du noch nicht sicher bist, wofür deine Marke steht, beginne mit einer Brand Clarity Session. In einem 90-minütigen Call schaue ich mit frischen Augen auf deine Marke, und innerhalb einer Woche bekommst du ein schriftliches Dokument mit deiner Positionierung und deinen Kernbotschaften. Darüber hinaus umfassen meine Branding-Projekte Strategie, Design und Texte, einschließlich Namensfindung und Tagline.

FAQ

Nicht unbedingt. In der Anfangsphase gibt es viel anderes, worauf du dich konzentrieren musst, und eine Tagline, die noch keine Zeit hatte, bekannt zu werden, bewirkt allein nicht viel.

Trotzdem kann es sich lohnen, darüber nachzudenken, wenn dein Angebot komplex ist und eine Vereinfachung braucht, dein Markenname sehr funktional ist und es ihm an Emotion fehlt, oder wenn du dich in einem hart umkämpften Markt bewegst und schnell aus der Masse hervorstechen willst.

Eine gute Tagline macht deinen Namen leichter merkbar, ergänzt eine emotionale oder funktionale Ebene, die der Name allein nicht vermitteln kann, hält deine Kampagnen zusammen und hebt dich in einer überfüllten Branche ab.

Der Artikel geht auf all das ausführlich ein. Achte aber auf das Wort „gute“, denn eine schwache Tagline bringt nichts davon, und dann bist du ohne vielleicht besser dran.

Es gibt keine einzelne Kennzahl für den Erfolg einer Tagline, aber ein paar Dinge lohnen sich zu beobachten.

  • Können sich die Leute an deinen Markennamen erinnern, nachdem sie die Tagline gehört haben? (Brand Recall)
  • Verknüpfen sie die Tagline spezifisch mit deiner Marke, oder nur ganz allgemein mit deiner Branche? (Eindeutigkeit)
  • Wird die Tagline innerhalb deines Unternehmens aktiv genutzt und gelebt?
  • Und erwähnen oder zitieren Kunden sie mit der Zeit?

Umfragen zur Markenerinnerung können das formalisieren, aber ehrliche Gespräche mit Kunden verraten dir oft mehr.

Ja, aber bedenke: Je länger du an einer Tagline festhältst, desto mehr Markenwert baut sie auf. Ändere sie nur, wenn sich deine strategische Ausrichtung grundlegend verschoben hat. Tu es niemals nur deshalb, weil du sie selbst nicht mehr hören kannst und sie dich langweilt.

Rechtlich vorgeschrieben ist das nicht, aber es ist eine Überlegung wert, wenn du es mit dem Schutz deiner Marke ernst meinst. Prüfe in jedem Fall das nationale Markenregister (in Deutschland das DPMA), um sicherzustellen, dass nicht schon jemand anderes diese Idee nutzt.

Typische Orte für eine Tagline sind der Header oder Footer deiner Website, dein SEO-Title, deine Social-Media-Bios und deine LinkedIn-Headline, E-Mail-Signaturen und Verpackungen. Viele Marken setzen sie auch in eine zweite Logoversion. Davon rate ich ab, weil sie dort unleserlich wird. Am besten steht eine Tagline dort, wo Menschen deinem Namen ohne Zusammenhang begegnen.

Titelbild von Kaboompics über Pexels

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Wer schreibt hier?

Nine Blaess ist Brand Strategist und Designerin aus Wellington, Neuseeland. Mit über 12 Jahren Erfahrung in Branding, Design und Research hilft sie kleinen Unternehmen dabei, ihre Marke von Grund auf aufzubauen. Sie übernimmt dabei Strategie, Design und Text—alles aus einer Hand. Ihre Kunden kommen aus Deutschland, Österreich, Südtirol und Neuseeland.

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